Die Singvögel

Wenn es im Frühling wieder wärmer wird, beginnen auch die Vögel rings um uns herum wieder mit ihren Gesängen. Seltsam, warum ist es im Winter viel ruhiger? Das liegt zum einen daran, dass viele Vogelarten in wärmere Gebiete fliegen, um dort zu überwintern. Zum anderen dient der Vogelgesang zur Partnerwerbung und zur Markierung des Brutreviers. Außerhalb der Brutzeit besteht also kein Grund zum Singen.

Zugvögel

Zu denen, die in den Süden fliegen gehören zum Beispiel Schwalben, Lerchen, Nachtigall, Stare und viel andere. Diese Arten nennt man Zugvögel. Sie fliegen oft weite Strecken in die südlichen, wärmeren Länder Europas wie beispielsweise Spanien, Frankreich, Italien oder sogar nach Afrika.

Dann gibt es Arten, die nur ein kleines Stück weiterziehen, um ungünstigen Zonen, in denen es kälter ist oder mehr Schnee gibt, auszuweichen. Dazu gehören Amseln, manche Meisenarten, Finken. Allerdings konnte zuletzt beobachtet werden, dass nicht alle Vögel dieser Arten sich auf den Weg machen. Einige bleiben auch hier.

Standvögel

Dann gibt es auch noch sogenannte Standvögel, die im Winter hier bleiben und gut an den Futterhäuschen im Garten zu beobachten sind. Dazu gehört der Haussperling, der im Allgemeinen meist nur Spatz genannt wird.

Jetzt, im März, ist die Partnersuche bereit voll im Gange. Auch an den Nestern wird oftmals schon fleißig gebaut. Die Männchen legen sich stimmlich voll ins Zeug, um die Weibchen zu beeindrucken und Rivalen fernzuhalten.

kostenlose Apps

Die Gesänge unterscheiden sich oft sehr. Für Neugierige gibt es tolle Apps, mit denen ihr die Gesänge auseinanderhalten und zuordnen sowie die Vögel nach ihrem Aussehen bestimmen könnt. Viele dieser Apps sind kostenlos und eine tolle Ergänzung bei einem Spaziergang. z. Beispiel: Die Vogel App, Nabu Vogelbestimmung, BirdNet

Funfacts

Hier noch ein paar lustige oder interessante Fakten zu unseren einheimischen Singvögeln:
– Der Specht bekommt keine Kopfschmerzen, obwohl er scheinbar stundenlang mit dem Schnabel gegen das Holz der Bäume hämmert. Seine Schädelknochen und ein komplexes Stoßdämpfersystem schützen sein Gehirn.
– Der Kleiber ist der einzige Vogel, der kopfüber, also mit dem Kopf nach unten einen Stamm herunterklettern kann.
– Auch Rabenvögel sind Singvögel, auch wenn man es bei ihrem Krächzen nicht glauben möchte.
– Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester. Dabei verteilt das Weibchen seine neun bis zwölf Eier jeweils einzeln auf die unterschiedlichen Nester, während das Männchen oft die Wirtsvögel ablenkt.
– Manche Vögel imitieren den Gesang anderer Vögel. Dazu gehören vor allem Amsel und Star. Lustigerweise sind beide aber auch Dohle und Eichelhäher in der Lage, Handyklingeln täuschend echt zu imitieren.
– Vögel fallen beim Schlafen nicht vom Baum, weil sich die Krallen an den Füßen zusammenziehen, sobald sich der Vogel auf einen Ast hockt. Je entspannter er ist, desto mehr ziehen sich Sehnen und Muskeln in den Füßen zusammen.

Wie überall in der Natur derzeit, macht sich der Klimawandel und die einschneidenden Veränderungen in ihrem Lebensraum auch bei den Singvögeln bemerkbar. Hecken- und Bodenbrüter haben es durch die intensive Landwirtschaft schwer. Auch Vögel, die magere Wiesen und karge Flächen brauchen, werden immer seltener. Durch die Nutzung von Insektiziden raubt man vielen Vögeln die Nahrungsgrundlage. Denn die meisten Vögel fressen nun mal Insekten.

Zum Schutz

Aber wir können für den Schutz unserer Vögel jeder etwas tun:
– Heckenschnitt nicht zu Brutzeiten (März bis September),das ist gesetzlich verboten, was viel nicht wissen
– Auf den Einsatz von Giften aller Art zu verzichten
– Regional und Bio einkaufen
– Wasser- und Badestellen in Gärten anbieten und im Winter Futterstellen schaffen

Der Maulwurf

Das grau-schwarze niedliche Tierchen, dem wir sie zu verdanken haben, wird gerade mal bis zu 17 cm groß. Seine großen Vorderfüße erinnern an Schaufeln. Mit denen gräbt er seine Gänge und Höhlen unter der Erde. Mit seinen schaufelartigen Vorderfüßen schiebt er die Erde vor sich her und schließlich irgendwo nach oben. Dort findet man dann den typischen Maulwurfshügel. Unterirdisch entstehen so lange und verzweigte Gangsysteme mit Nestern und Vorratslagern. Dort lebt und jagt er. Er legt bei der Futtersuche immer wieder neue Gänge an und nutzt sie selten länger. Er wird also nie fertig mit graben.

Jagd auf Würmer und Schnecken
Der Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser und frisst vor allem Würmer, Schnecken, Insekten und Spinnen. Seine Beute „fühlt“ er mit empfindlichen Tasthaaren und Tastorganen. Er kann die geringsten Erschütterungen wahrnehmen und fängt so Tiere, die seine Gänge benutzen. Auch seinen guten Geruchssinn und feines Gehör nutzt er für die Jagd.
Seine kleinen, im Fell versteckten Augen sind dagegen fast blind. Er kann damit nur hell und dunkel unterscheiden. Aber eigentlich ist das egal, da er ja sowieso unter der Erde und immer im Dunkeln lebt. Er hat eine spitze Nase, die an einen Rüssel erinnert und einen kurzen Schwanz. Wenn er sich durch die Erden buddelt, verschließt er Nase und Mund mit einer Hautfalte, damit keine Erde oder Sand eindringen können.
Sein Fell ist seidig und dicht. Früher wurde er deswegen auch gejagt. Sein Fell ist etwas ganz Besonderes. Während fast alle Tiere eine Richtung haben, in die das Fell wächst, gibt es so etwas beim Maulwurf nicht. Dadurch kann er leichter in jede Richtung durch die engen Erdgänge flitzen.

Streng geschützt

Seit mehr als 30 Jahren ist er streng geschützt und darf nicht gestört oder getötet werden. Manchen Gartenbesitzern oder Bauern ist er trotzdem ein Dorn im Auge, weil er mit seinen Erdhügeln das Bild des perfekten Rasens zerstört. Auch wenn Pflanzen angefressen werden oder eingehen, wird ihm das zugeschrieben. Meist ist das aber falsch. Als Fleischfresser hat er kein Interesse an Wurzeln, Gemüse oder Zwiebeln. Er ist im Gegenteil sogar nützlich, weil er im Jahr 20 – 25 kg Insekten und Schädlinge vertilgt. Seine Gänge lockern die Erde auf und durchlüften diese. Er ist ein Einzelgänger und verjagt alle Tiere die seine Gänge benutzen, z.B. Wühlmäuse.
Der Maulwurf hat als natürliche Feinde Katzen, Raubvögel und Füchse, vor denen er sich in Acht nehmen muss. Aber auch der Mensch ist nicht gerade sein Freund. Im Straßenverkehr kommen jedes Jahr viele Tiere um. Aus Gärten und von Äckern werden sie oft mit rabiaten und nicht sehr tierfreundlichen Mitteln vertrieben. Durch Straßen- und Städtebau wird sein Lebensraum immer kleiner. Unter der Erde ist er aber auch nicht immer sicher. Dort kann Hochwasser oder Bodenfrost zu seinem Verhängnis werden.
Ob wir wohl lernen, den Garten und Park mit ihm zu teilen? Zugegeben, auf einem Fußballplatz sind die Haufen wirklich ungünstig. Aber sonst? Übrigens hilft es gar nicht, die Haufen platt zu machen. Dann gräbt er einfach einen neuen.

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Frösche und Kröten

Die Krötenwanderungen haben dieses Jahr schon begonnen. Deshalb wollen wir heute mehr zum Thema Frösche und Kröten erzählen. Beide Tierfamilien gehören zu den Amphibien. Das bedeutet, sie leben sowohl an Land als auch im Wasser. Trotzdem unterscheiden sich Kröten und Frösche in vielen Dingen. Kröten haben einen eher kräftigen und gedrungenen Wuchs, während Frösche schlank sind und lange Hinterbeine haben. Damit können sie sehr gut springen, während Kröten eher laufen. Frösche haben eine feuchte und glatte Haut. Kröten haben dagegen eine trockene Haut mit Warzen. Aus diesen Warzen können sie ein Gift absondern, mit dem sie Feinde abwehren. Die meisten Frösche haben zwischen den Zehen Schwimmhäute, Kröten aber nicht.
Beide Tierfamilien kommen in unseren Gegenden in verschiedenen Braun- und Grüntönen vor. Sie leben oft in der Nähe von Wasser oder feuchten Gebieten. Deshalb findest du sie manchmal auch in Gärten oder Parks. So manche Kröte hat auch schon in feuchten Kellern Unterschlupf gesucht.

Fortpflanzung
Ihre Fortpflanzung ist ein sehr interessanter Vorgang. Jetzt im Frühling suchen sich die Tiere Plätze in Teichen, Tümpeln und Seen, an denen sie ihre Eier, den sogenannten Laich ablegen. Dafür legen sie oft weite Wege zurück und müssen manchmal auch Straßen überqueren, was sehr gefährlich für sie ist. Viele werden dabei überfahren.
Manchmal findet man am Rand eines Gewässers an die Wasserpflanzen geklebt die geleeartigen Klumpen aus durchsichtigem Laich mit vielen kleinen Eiern. Kröteneier befinden sich dagegen an meterlangen Fäden, die an eine Perlenkette erinnern.
Aus dem Laich entwickeln sich Kaulquappen. Diese kleinen schwarzen Tierchen bestehen eigentlich am Anfang nur aus einem runden Bauch und einem Schwanz. Sie leben in dem Teich, in dem sie geschlüpft sind. Nach einigen Wochen wachsen der Kaulquappe Hinterbeine. Später kommen auch noch die Vorderbeine hinzu. Der Schwanz wird immer kürzer und irgendwann ist er ganz weg. Dann verlässt der junge Frosch oder die junge Kröte das Wasser um auch an Land zu leben.
Frösche und Kröten sind nachtaktiv. Von April bis Juni hört man oft ihr lautes Quaken. Das ist der Paarungsruf der Männchen, die sich richtig ins Zeug legen, um ihre Konkurrenten zu übertönen. Dass die so laut sind, liegt an ihren Schallblasen. Manche haben eine unter dem Maul, andere haben links und rechts die „Backen“ die sie stark aufblasen und so als Verstärker für die Töne nutzen.

Die großen Gefahren
Sowohl Frösche als auch Kröten fressen Schnecken, Insekten, Spinnen und Würmer. Sie selbst haben aber auch viele Feinde. Sie stehen bei Katzen, Mardern, Schlangen, Igeln, Reihern, Störchen und Greifvögeln auf der Speisekarte. Als Kaulquappen müssen sie sich vor Raubfischen wie Hecht und Barsch in Acht nehmen und gut verstecken. Die größte Gefahr ist allerdings der Straßenverkehr und die Umweltverschmutzung. Viele Leute wollen den Kröten und Fröschen bei ihrer jährlichen Wanderung helfen. Deswegen haben manche Straßen Krötentunnel, durch die die Tiere sicher unter der Straße durch auf die andere Seite gelangen. Oder es werden über Nacht Krötenzäune aufgestellt und die Kröten in Eimern gefangen und dann von Naturschützern über die Straße gebracht.
Wie alle heimischen Amphibien stehen Frösche und Kröten unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Habt ihr dieses Jahr schon Frösche oder Kröten entdeckt?

Die Zauneidechse

Im März/April erwachen zuerst die Männchen aus der Winterstarre. Die kalte Jahreszeit haben sie geschützt in Fels- oder Erdspalten, Holzhaufen, Baumstümpfen oder auch Mäuse- oder Kaninchenlöchern verbracht. Weil sie wechselwarm sind, wird der Stoffwechsel im Winter sehr heruntergefahren, sie können sich nicht bewegen und nehmen daher auch keine Nahrung auf.

Paarungszeit
Ein paar Wochen später beenden dann auch die Weibchen ihre Winterstarre und die Paarungszeit beginnt. Zu dieser Zeit färben sich die Männchen leuchtend grün, während die Weibchen ihre graubraune Fabre behalten. Das Weibchen nimmt in den nächsten Wochen erheblich an Umfang zu, wenn zwischen 5 und 15 Eier in ihrem Bauch heranreifen. Sind diese reif, vergräbt sie diese im sandigen Boden und überlässt der Sonne das ausbrüten.
Zauneidechsen lieben sonnige Gegenden ohne hohen Bewuchs. Deswegen findet man sie an Wald- und Feldrändern, in Gärten, Sandgruben aber auch an Straßen und Bahnstrecken. Damit sie morgens beweglich werden, brauchen sie immer ein sonniges Fleckchen zum Aufwärmen. Gern sitzen sie dann auf Steinen oder Felsen und sonnen sich. Wenn es zu heiß ist, nachts und auch bei schlechtem Wetter ziehen sie sich in ihren geschützten Unterschlupf zurück.

Auf der Jagd
Zauneidechsen sind Jäger. Mit ihrer gegabelten Zunge können sie die Beute sowohl tasten als auch riechen. Die ernähren sich von Insekten, Regenwürmer und Spinnen. Heuschrecken und Raupen fressen sie besonders gern. In Acht nehmen müssen sie sich vor Vögeln, insbesondere Raubvögeln wie Falken und Bussarden. Aber auch Schlangen und viele Säugetiere, von der Maus über Igel bis zum Wildschwein, können den Eidechsen gefährlich werden. Eidechsen haben aber eine Möglichkeit ihre Fressfeinde auszutricksen. Sie werfen einfach bei Gefahr den Schwanz ab und können so oft noch in sichere Verstecke schlüpfen. Der abgeworfene Schwanz zappelt dann noch und lenkt damit die Jäger ab. Er wächst wieder nach, wenn auch nicht ganz so lang wie vorher.
Wie die meisten Reptilien häuten sich auch die Zauneidechsen. In Streifen verlieren sie die abgestorbene Haut. Eine neue ist darunter schon nachgewachsen.

Abwehrstoff gegen Zecken
Durch ihren Lebensraum zwischen Gräsern und niedrigen Büschen sind Eidechsen oft von Zecken befallen. Die Eidechse ist sozusagen das Transportmittel für die Zecke, weil sie diese an andere Orte bringt. Allerdings sind die Eidechsen in der Lage einen Abwehrstoff gegen Borreliose zu bilden, einer Krankheit die hauptsächlich von Zecken übertragen wird. Das hat für uns Menschen aber auch einen Nutzen, denn trinkt die Zecke das Eidechsenblut ist sie danach borreliosefrei und kann die Krankheit nicht mehr übertragen.
Leider wird die hübsche kleine Eidechse in unseren Gegenden immer seltener. Deswegen ist sie in Europa streng geschützt. So muss beispielsweise bei geplanten Straßenbauarbeiten nach dort lebenden Eidechsen gesucht werden. Sie werden eingefangen und in geeignete Gebiete umgesiedelt, wo sie sicher leben können.

Der Feldhase

Der Feldhase ist deutlich größer und schwerer als das Wildkaninchen. Seine Ohren sind länger und seine Hinterbeine auch. Er ist ein schneller Sprinter und schafft Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Mit seinen kräftigen Beinen kann er drei bis fünf Meter weit und 2 Meter hoch springen. Auf der Flucht vor einer Bedrohung vollzieht er zudem blitzschnelle Richtungsänderungen – das sogenannte Haken schlagen.
Feldhasen lieben offene Landschaften wie lichte Wälder, Steppen, Dünen, Wiesen sowie Äcker und Felder, die von Hecken, Büschen oder Wäldern begrenzt sind. Anders als Kaninchen, die einen unterirdischen Bau graben, nutzt er eine Mulde im Boden zur Deckung, die sogenannte Sasse. Dort ruht und schläft er. Selbst im Winter bleibt er dort und lässt sich einschneien. Ein Hase hat meist mehrere Sassen, in denen er sich abwechselnd aufhält.
In der Sasse drückt er sich nahe an den Boden und bleibt völlig reglos sitzen. Durch die Färbung seines Fells ist er sehr schwer zu erkennen. Je nach Jahreszeit ändert sich auch seine Fellfarbe. Nähert sich eine Gefahr, bleibt er so lange wie möglich reglos sitzen und vertraut seiner Tarnung. Erst im letzten Moment huscht er davon und läuft Haken schlagend auf die nächste Deckung zu.

Keine Duftspur
Der Hase hört ganz hervorragend. Seine langen Ohren, auch Löffel genannt, kann er in jede Richtung drehen und Gefahren so rechtzeitig wahrnehmen. Allerdings sind seine Augen eher kurzsichtig. Dafür erkennt er aber alle Bewegungen in seiner Umgebung blitzschnell. Dadurch, dass seine Augen eher seitlich am Kopf sitzen, kann er beinahe rundum sehen und so Gefahren rechtzeitig entdecken.
Zu den natürlichen Feinden des Hasen gehören Fuchs, Dachs, Marder, Greif- und Rabenvögel aber auch streunende Katzen und Hunde. Zu seinem Schutz hat der Hase keine Duftdrüsen an den Pfoten wie andere Tiere. So hinterlassen sie auf den Boden keine Duftspur, welche Raubtiere verfolgen können.

Einzelgänger
Der Hase hat scharfe und lange Vorderzähne. Diese wachsen ständig weiter. Deshalb muss der Hase nagen, damit die Zähne abgewetzt werden. Trotzdem gehört Hase und auch Kaninchen nicht zu den Nagetieren.
Feldhasen sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit sieht man manchmal mehr als nur ein Tier. Die Männchen, sie werden Rammler genannt, kämpfen dann in richtigen Boxkämpfen um die Weibchen. Dabei schlagen die Rivalen mit den Vorderpfoten so lange aufeinander ein, bis einer von beiden aufgibt.
Die Häsin bringt dann nach 6 Wochen 2-5 Junge zur Welt. Zum Schutz der Jungen kommt die Mutter nur einmal nachts zu ihnen, um sie zu säugen. Eine Häsin kann jedes Jahr 3 – 4 mal Nachwuchs bekommen.
Feldhasen sind reine Vegetarier, sie ernähren sich also ausschließlich von Pflanzen. Sie fressen Gräser und Kräuter sowie Wurzeln und Knollen, aber auch Getreide und Kohl. Wenn im Winter frisches Grün knapp ist, knabbern sie die Rinde junger Bäume sowie Knospen und Zweige.

Artenschutz
Der Feldhase gehört in Deutschland zu den bedrohten Tierarten. Er ist standorttreu und durch die ständige Ausweitung von Siedlungen, Straßenbau und die Landwirtschaft ist der Lebensraum des Hasen bedroht. Das Fehlen von Blühstreifen am Feldrand, Feldgehölzen und Brachflächen rauben dem Hasen die Ruheplätze und Nahrung. Die Verwendung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln vergiftet seine Nahrung zusätzlich.

Der Fuchs

In Märchen und Fabeln wird der Fuchs als schlau und listig beschrieben. Und es ist wirklich so, dass der Fuchs sehr anpassungsfähig ist und mit veränderten Lebensbedingungen gut zurechtkommt. Obwohl er ein Tier des Waldes ist, findet man ihn inzwischen auch oft in Gärten und Parks von Städten. Er hat gelernt, dass es in der Nähe des Menschen immer genug zu fressen gibt. Eigentlich ist er ein Allesfresser und besonders ein erfolgreicher Mäusefänger. Er frisst aber auch Regenwürmer, Jungtiere, Schnecken, Insekten, Vögel, Eier, Frösche und Eidechsen. Manchmal frisst er aber auch Beeren, Fallobst, Abfälle und Aas. Dadurch, dass er auch tote Tiere frisst, ist er eine Art Gesundheitspolizei für den Wald.
Er ist hauptsächlich in der Dämmerung und nachts unterwegs.

Tagschläfer
Der Fuchs verschläft den Tag in seinem unterirdischen Bau. Manchmal gräbt er diesen selbst. Gern nimmt er aber auch alte Dachs- oder Kaninchenhöhlen an und erweitert sie noch. Wichtig ist, dass der Bau mehrere Kammern und auch Ausgänge hat. Es kommt sogar vor, dass er in „Wohngemeinschaften“ Baue gemeinsam mit Iltissen, Dachsen oder sogar Kaninchen bewohnt, wobei jeder eine eigene Höhle hat. Dabei lassen sich die unterschiedlichen Tierarten seltsamerweise in Ruhe, solange diese sich im Bau befinden.
Der Fuchs hat ein wunderbares rotbraunes Fell mit einem auffälligen buschigen Schwanz. Seine Wangen, Bauch und Beine sind weiß. Sein schlanker und leichter Körper macht ihn zu einem schnellen und beweglichen Jäger. Füchse können bis zu 5 Meter weit und 2 Meter hoch springen und schaffen es, bis zu 50km/h schnell zu laufen. Sie können ganz hervorragend hören und riechen. Zahlreiche Tasthaare an der Schnauze und den Pfoten dienen dazu, auch noch die kleinste Bewegung und Erschütterung wahrzunehmen. Seine Sinne sind so gut, dass er sogar Mäuse unter dem Schnee wahrnehmen kann. Mit einem Sprung kopfüber fängt er seine Nahrung so auch im tiefen Schnee.

Einzelgänger
Füchse sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit ist die Fähe, so nennt man das Weibchen, für einige Zeit mit dem Männchen, welches sie ausgesucht hat eine Weile zusammen. Im Frühjahr bringt die Fähe 3-6 Junge zur Welt. Der Vater unterstützt seine Familie, indem er Nahrung zum Bau bringt und so bei der Aufzucht der Welpen hilft. Die kleinen Welpen verlassen mit ungefähr 4 Wochen das erste Mal den schützenden Bau und entdecken die Welt. Anfangs bleiben sie immer in der Nähe des Baus. Erst allmählich werden sie mutiger und entfernen sich jeden Tag ein bisschen weiter davon.
Die natürlichen Feinde des Fuchses sind Adler, Luchs und Wolf. Aber alle drei kommen hier in unseren Wäldern kaum noch vor. Damit ist der Mensch der einzige, den der Fuchs noch fürchten muss. Früher wurde der Fuchs hauptsächlich wegen des schönes dichten Pelzes gejagt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist er allerdings hauptsächlich von Jägern geschossen worden, weil er der wichtigste Überträger einer gefährlichen Krankheit ist, der Tollwut. Seit einigen Jahren werden die Füchse aber dagegen mit Futterimpfungen behandelt, sodass Deutschland seit 2008 als frei von Tollwut betrachtet wird.

Der Igel

Dieses niedliche Stacheltier lebt in unseren Gärten, in Parks und Wäldern. Sie lieben dichte Hecken, Büsche oder andere Plätze, an denen sie sich gut verstecken können. Sie sind nachtaktiv. Nur im Herbst kann es vorkommen, dass sie manchmal auch am Tag auf Futtersuche gehen.

Gartengast
Igel fressen am liebsten Insekten, wie Käfer, Larven, Raupen, aber auch Spinnen und vieles andere mehr. Das genau ist gerade ein Problem, weil viele Menschen ihre Gärten so gestalten, dass Insekten dort immer weniger zu finden sind. Die Wege werden mit Platten oder Steinen belegt, das Gras ist ganz kurz und die Hecken auch. Es gibt zu wenige Blumen, die Nektar produzieren, welcher vielen Insekten als Nahrung dient. Damit findet aber auch der Igel nicht genug zu fressen. Und Platz zum Verstecken findet er so auch nicht.
Der Igel hat zu seinem Schutz ein Stachelkleid mit über 8000 Stacheln. Weil er aber am Bauch keine Stacheln hat und deshalb dort verletzbar ist, rollt er sich bei Gefahr zu einem Stachelball zusammen. Im Straßenverkehr ist das aber sehr gefährlich, weil er nicht wegläuft, sondern sich zusammenkugelt.

Winterschlaf
Kleine Igel sind bei der Geburt wirklich winzig, gerade so groß wie ein Daumen. Da haben sie schon einige wenige Stacheln, die aber noch ganz weich und biegsam sind. Wenn sie heranwachsen, wachsen auch die Stacheln, bis sie irgendwann genauso viele Stacheln haben wie ihre Eltern. Ungefähr 6 Wochen säugt sie ihre Mutter, danach müssen sich die Kleinen selbst versorgen. Im Spätsommer und Herbst fressen sich Igel eine Fettschicht an, denn bald halten sie Winterschlaf. Es ist wichtig, dass sie genug zu fressen finden, weil sie sonst zeitiger aus dem Winterschlaf aufwachen. Das ist dann ein großes Problem, denn es gibt ja noch keine Insekten. Deswegen kann man sich sicher sein, dass es einem Igel, der im Winter und vielleicht sogar am Tag wach gesehen wird, wirklich schlecht geht. Diesen Igeln könnt ihr helfen, wenn ihr sie vorsichtig in Sicherheit bringt und in Igelauffangstationen abgebt. Die örtlichen Tierärzte und Tierheime können euch da weiterhelfen. In diesen Fällen sind die Igel bereits so schwach und krank, dass ihr selbst nicht helfen könnt, sondern Fachleute braucht.

Das Reh

Im Steckbrief der Woche stellen wir heute das Reh vor. Leider machen viele Leute den Fehler, Rehe als weibliches Tier der Hirsche zu bezeichnen. Das ist aber nicht richtig. Ganz kurz erklärt: Die Familie der Hirsche (Geweihtragende) besteht aus verschiedenen Tierarten, die auch untereinander keinen Nachwuchs bekommen. Hier in Deutschland leben Rotwild, Damwild und Rehwild. Das Männchen des Rotwildes trägt je nach Alter ein weitverzweigtes majestätisches Geweih. Das Geweih des Damhirschs ähnelt eher Schaufeln, weshalb er oft mit dem Elch verwechselt wird. Der Rehbock ist der kleinste Vertreter und trägt nur ein kleines Geweih mit kurzen Spießen. Die Geweihe werden jedes Jahr im Frühjahr abgeworfen und ein neues größeres Geweih wächst nach. Die Weibchen nennt man Ricke. Sie tragen kein Geweih. Die Jungtiere nennt man Kitz.

Nahrungssuche
Rehe sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Knospen, Kräutern und jungen Trieben und manchmal, wenn sie gar nichts zu fressen mehr finden auch von der Rinde junger Bäume. Dadurch richten sie leider im Wald manchmal Schaden an, weil die angeknabberten Bäume nicht richtig wachsen oder sogar absterben. Deshalb dürfen Jäger jedes Jahr eine bestimmte Zahl abschießen, damit die Rehe nicht zu viele werden.
Rehe halten sich am liebsten da auf, wo sie Deckung haben, meist also im Wald. In der Dämmerung sieht man sie bei der Nahrungssuche aber auch auf Wiesen und Feldern. Oft müssen sie dafür auch Straßen überqueren, was sehr gefährlich werden kann.
Rehe sind Fluchttiere. Das heißt, dass sie sind sehr vorsichtig und immer fluchtbereit sind. Mit ihren schlanken kräftigen Beinen können sie schnell in ihr nahes Versteck fliehen. Für lange Strecken sind sie dagegen nicht gemacht.

Im Winter
Der Winter ist oft schwierig für die Tiere, weil sie weniger Nahrung finden. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen im Wald auf den Wegen bleiben und die Tiere in Ruhe lassen. Ein Reh oder Hirsch steht im Winter oft regungslos da, um Kraft zu sparen. Wenn Spaziergänger das Tier dann sehen, wundern sie sich oft und denken, dass es zutraulich ist. Manche gehen dann auf das Reh oder den Hirsch zu. Doch die Tiere kriegen Angst und flüchten. Das ist sehr anstrengend für sie und kostet sie viel Kraft.
Im Frühjahr werden die Kitze geboren. Die Jungtiere bleiben in den ersten Wochen ihres Lebens an der Stelle liegen, wo sie geboren wurden. Sie verhalten sich ganz still und bewegen sich nicht. Ihre Mutter kommt regelmäßig zu ihrem Kind, damit es trinken kann. Wenn ihr also mal ein Kitz allein im Gras findet, lasst es liegen und geht leise weg. Die Mutter ist sicher irgendwo in der Nähe.
Zum Schutz der Kitze sollte man zusätzlich die Landwirte darin bestärken, vor Heuernte oder Mahd, die Wiesen und Felder auf abgelegte Kitze zu durchsuchen. Drohnen, Sensoren oder einfach Helfer die das Feld zu Fuß abgehen, können dabei wertvolle Arbeit leisten.
Wenn ihr doch mal ein Wildtier findet, das offensichtlich Hilfe braucht, ist hier im Muldentaler Raum der Verein „Nature Support“ der richtige Ansprechpartner.

Das Eichhörnchen

Heute möchte ich euch in unserem ersten Betrag einen beliebten Bewohner unserer Wälder vorstellen. Das Eichhörnchen ist ein wahrer Kletterkünstler, der sich dank seines buschigen Schwanzes und seiner kräftigen Beine sicher in den Baumkronen bewegen kann und sogar in der Lage ist, kopfüber am Stamm herunter zu klettern. Seine kräftigen Krallen helfen dabei. Mit seinen Vorderpfoten und deren feingliedrigen „Fingern“ hält das Eichhörnchen seine Nahrung beim Fressen fest. Diese besteht meist aus energiereichen Früchten, Nüssen, Samen, Knospen und Pilzen. Manchmal räubert es aber auch die Nester von Vögeln aus, frisst Schnecken oder Insekten.

Futtervorräte
Die gesammelte Nahrung versteckt das Eichhörnchen und merkt sich die Stelle seiner Futtervorräte. Weil es aber nicht alle Verstecke wieder findet, hilft es so bei der Verbreitung von Bäumen und Sträuchern. Von seinen Vorräten ernährt es sich dann im Winter, denn es hält keinen Winterschlaf. Bei richtig kaltem Winterwetter zieht es sich allerdings in sein Nest zurück und verschläft dort einige Tage.
Die Farben unseres einheimischen Eichhörnchens können sehr unterschiedlich sein. Rötlich, bräunlich und sogar schwarz ist möglich. Alle haben jedoch einen weißen Bauch. Die typischen Pinsel an den Ohren sind oft nur im Winter zu sehen, da diese im Sommer nur kurz oder gar nicht vorhanden sind. Der lange buschige Schwanz dient zum Balance halten und zur Wärmeregulierung. Mit seinen scharfen Zähnen braucht es nur wenige Sekunden um eine Hasel-oder Walnuss aufzubrechen.
Sein Nest nennt man Kobel, ein kugeliges Geflecht aus Reißig, Gras und Moos, das die Tiere immer von unten betreten. Oft haben die Tiere mehrere Kobel, in denen sie ausruhen und schlafen. Sie sind tagaktiv, machen im Sommer allerdings oft eine ausgedehnte Mittagspause, um der Sommerhitze zu entgehen.

Auf der Speisekarte
Natürliche Feinde sind Marder und Habicht. In Gegenden mit vielen Füchsen gibt es auch viele Eichhörnchen, weil die Füchse die Marder dezimieren. Eichhörnchen werden in freier Wildbahn etwa 7 Jahre alt.
Manchmal findet man im Frühsommer Jungtiere, die vielleicht sogar eindeutig Kontakt suchen. Bitte immer am Fundort auch nach Geschwistern suchen. Wenn der Kobel zerstört wurde, könnte der ganze Wurf mit 2-6 Babys in der Nähe sein. Dann bitte immer den Eichhörnchen-Notruf benachrichtigen, wenn das/die Jungtier/e nicht nach einer gewissen Zeit von seiner Mutter abgeholt wurde/n. Eine Pflege des Jungtiers ist kompliziert und sollte Fachleuten überlassen werden.

Naturbingo

Spielvarianten:

1. Eine Reihe waagerecht oder senkrecht als erstes abstreichen

2. Alle Gegenstände und Tiere als erstes entdecken

3. Die ersten zwei Zeilen abtrennen, in den Deckel eines Eierkartons kleben und die Schatzkiste füllen
AWO