Am 20.Mai ist Weltbienentag. Seit der Serie Biene Maja haben die meisten von uns eine positive Vorstellung von Bienen, die für süßen Honig und emsig umherfliegend für die Bestäubung vieler Blumen und Blüten sorgen. Es stimmt, dass es ohne sie viel weniger Obst und Gemüse gäbe.

Allerdings werden bei dem verbreiteten Bild der Bienen, in ihren Kisten und Körben lebend, die zahlreichen Wildbienenarten vergessen. Während sich die Imker ganzjährig um ihr Schützlinge sorgen, in nahrungsarmen Zeiten zufüttern, Krankheiten und Parasitenbefall vorbeugen und oftmals die Honigbienen auch mit den Beuten (so nennt man die Wohnkisten der Bienenvölker) in die Nähe von Blühflächen gefahren werden, sind Wildbienen auf sich selbst gestellt.

Die Versiegelung von Bodenflächen, rasanter Städtebau und die Reduzierung wilder Blühflächen hat viele Wildbienenarten zu gefährdeten Arten gemacht. In Deutschland leben ca. 550 Arten Wildbienen, von denen die Hälfe als gefährdet gilt.

Einzelgänger
Die meisten Wildbienenarten leben anders als die Honigbiene nicht in großen Völkern, sondern solitär, sie sind also Einzelgänger. Dreiviertel aller Wildbienen bauen ihre Nester in den Boden. Einige nutzen markhaltige oder trockene Halme oder auch Gänge und Höhlen von Käfern als Nistplätze. Es gibt Arten, die sich leere Schneckenhäuser als Brutplatz suchen oder auch Arten, die sich einfach in bestehende Brutplätze einnisten. Deswegen nennt man sie Kuckucksbienen. Die Lebensweise der Wildbienen ist unglaublich vielfältig und interessant.

Die kleinsten Bienenarten sind nur 4 mm groß, z.B. die Sand-Steppenbiene. Die größte Einheimische ist die Blaue Holzbiene und wird bis zu 3 cm groß. Wildbienen müssen keinen großen Honigvorrat verteidigen und haben deshalb nur einen sehr kleinen Stachel, der die menschliche Haut nicht durchdringen kann. Zudem sind sie eher gemütlich und absolut nicht aggressiv. Deswegen braucht man Wildbienen im Garten oder auf dem Balkon auch nicht zu fürchten.

Bestäubungsarbeit
Wildbienen spielen bei der Bestäubung eine wesentliche Rolle. Denn die Honigbiene allein schafft nur ein Drittel der Bestäubungsarbeit. Damit kommt den Wildbienen und Hummeln eine wichtigere Bedeutung zu, als man im Allgemeinen vermutet.

Die Hummel wird zu den Wildbienen gezählt. Sie ist eine Art, die den Sommer über Staaten bildet. Der Hummelstaat umfasst je nach Art zwischen 50 und mehreren hundert Arbeiterinnen. Gegen Ende des Sommers schlüpfen dann die neuen Königinnen für das nächste Jahr. Sie suchen sich einen geschützten Platz zum Überwintern, während der Rest des Staates und auch die alte Königin nach und nach sterben. Im Frühjahr schwärmen die jungen Königinnen dann wieder aus, legen Eier, versorgen die ersten Larven allein und bauen nach und nach einen neuen Staat auf.

Die solitär, also alleinlebenden Wildbienen leben je ein Ei in ihre Nester, die sie vorher mit Futter für die Larven gefüllt haben. Dann werden diese Nester verschlossen, oft mit Erde, Sandkörnern oder Lehm. Eine Wildbiene kommt auf diese Weise nur zu etwa 10 Nachkommen für das folgende Jahr. Die staatenbildenden Arten haben hingegen deutlich mehr Nachkommen.

Viele Wildbienen sind auf eine besondere Umgebung, Nahrung oder Lebensbedingung spezialisiert. Werde diese Bedingungen verändert, haben sie kaum Möglichkeiten, sich daran zu gewöhnen und sind deshalb auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gelangt. Besonders die intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Insektengift sowie die zunehmende Bebauung von Naturflächen schadet den Bienen.

Wie können wir Bienen schützen?
Allerdings können wir einiges zum Schutz der Wildbienen betragen:

  1. Nisthilfen anbieten, die Anleitung zum Bau von Bienenhotels findet ihr hier: https://www.nabu.de/…/insekt…/insekten-helfen/00959.html
  2. Bienenfreundliche Wiesen und Gärten anlegen, dazu gehören Wildblumen und Wildkräuter (Klee, Disteln, Mohn, Lavendel, Malve, Heidekraut, Sonnenhut, Taubnessel, Wasserdost usw.) unaufgeräumte Ecken mit Totholz, Sträuchern usw. Beim Kauf von fertigen Wiesenblumenmischungen darauf achten, dass einheimische Saaten verwendet werden. Pflanzen aus anderen Erdteilen haben für unser Bienen keinen Nährwert.
  3. Setzt euch dafür ein, dass auch im öffentlichen Raum noch mehr Blühstreifen geschaffen werden. Ein kurzgemähter Rasen bringt der Tierwelt gar nichts. Immerhin werden durch den Schutz der Insekten auch zahlreiche andere Tierarten unterstützt, wie Vögel, Fledermäuse, Igel und viele andere. Insektenschutz ist also ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt in Stadt und Land.
  4. Verzicht auf Insektengifte! Zudem hilft der verstärkte Einkauf von Bioprodukten dabei, jene Landwirtschaftsbetriebe zu fördern, die auf Insektengifte verzichten.
  5. Die wichtigsten Informationen zusammengefasst, findet ihr nochmal hier: https://www.deutschland-summt.de/…/buwe2021_broschuere…
  6. Für unsere Kleinsten leiten wir euch noch ein paar Ausmalbilder von Biene Maja weiter. Viel Spaß! https://www.nabu.de/…/210510_ausmalbilder_biene_maja.pdf