Der Feldhase ist deutlich größer und schwerer als das Wildkaninchen. Seine Ohren sind länger und seine Hinterbeine auch. Er ist ein schneller Sprinter und schafft Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Mit seinen kräftigen Beinen kann er drei bis fünf Meter weit und 2 Meter hoch springen. Auf der Flucht vor einer Bedrohung vollzieht er zudem blitzschnelle Richtungsänderungen – das sogenannte Haken schlagen.

Feldhasen lieben offene Landschaften wie lichte Wälder, Steppen, Dünen, Wiesen sowie Äcker und Felder, die von Hecken, Büschen oder Wäldern begrenzt sind. Anders als Kaninchen, die einen unterirdischen Bau graben, nutzt er eine Mulde im Boden zur Deckung, die sogenannte Sasse. Dort ruht und schläft er. Selbst im Winter bleibt er dort und lässt sich einschneien. Ein Hase hat meist mehrere Sassen, in denen er sich abwechselnd aufhält.

In der Sasse drückt er sich nahe an den Boden und bleibt völlig reglos sitzen. Durch die Färbung seines Fells ist er sehr schwer zu erkennen. Je nach Jahreszeit ändert sich auch seine Fellfarbe. Nähert sich eine Gefahr, bleibt er so lange wie möglich reglos sitzen und vertraut seiner Tarnung. Erst im letzten Moment huscht er davon und läuft Haken schlagend auf die nächste Deckung zu.

Keine Duftspur

Der Hase hört ganz hervorragend. Seine langen Ohren, auch Löffel genannt, kann er in jede Richtung drehen und Gefahren so rechtzeitig wahrnehmen. Allerdings sind seine Augen eher kurzsichtig. Dafür erkennt er aber alle Bewegungen in seiner Umgebung blitzschnell. Dadurch, dass seine Augen eher seitlich am Kopf sitzen, kann er beinahe rundum sehen und so Gefahren rechtzeitig entdecken.

Zu den natürlichen Feinden des Hasen gehören Fuchs, Dachs, Marder, Greif- und Rabenvögel aber auch streunende Katzen und Hunde. Zu seinem Schutz hat der Hase keine Duftdrüsen an den Pfoten wie andere Tiere. So hinterlassen sie auf den Boden keine Duftspur, welche Raubtiere verfolgen können.

Einzelgänger

Der Hase hat scharfe und lange Vorderzähne. Diese wachsen ständig weiter. Deshalb muss der Hase nagen, damit die Zähne abgewetzt werden. Trotzdem gehört Hase und auch Kaninchen nicht zu den Nagetieren.

Feldhasen sind Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit sieht man manchmal mehr als nur ein Tier. Die Männchen, sie werden Rammler genannt, kämpfen dann in richtigen Boxkämpfen um die Weibchen. Dabei schlagen die Rivalen mit den Vorderpfoten so lange aufeinander ein, bis einer von beiden aufgibt.

Die Häsin bringt dann nach 6 Wochen 2-5 Junge zur Welt. Zum Schutz der Jungen kommt die Mutter nur einmal nachts zu ihnen, um sie zu säugen. Eine Häsin kann jedes Jahr 3 – 4 mal Nachwuchs bekommen.

Feldhasen sind reine Vegetarier, sie ernähren sich also ausschließlich von Pflanzen. Sie fressen Gräser und Kräuter sowie Wurzeln und Knollen, aber auch Getreide und Kohl. Wenn im Winter frisches Grün knapp ist, knabbern sie die Rinde junger Bäume sowie Knospen und Zweige.

Artenschutz

Der Feldhase gehört in Deutschland zu den bedrohten Tierarten. Er ist standorttreu und durch die ständige Ausweitung von Siedlungen, Straßenbau und die Landwirtschaft ist der Lebensraum des Hasen bedroht. Das Fehlen von Blühstreifen am Feldrand, Feldgehölzen und Brachflächen rauben dem Hasen die Ruheplätze und Nahrung. Die Verwendung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln vergiftet seine Nahrung zusätzlich.