Heute erzählen wir euch von einem interessanten Insekt, das schon zu Zeiten der Dinosaurier durch die Lüfte geflogen ist. Außer dass sie seitdem deutlich kleiner geworden sind, haben sich Libellen kaum verändert.

Libellen sind wunderschöne Flugkünstler und außer in den Polarregionen auf der ganzen Welt verbreitet. Die haben einen sehr markanten Körperbau, einen langen schmalen Körper, einen Kopf mit riesengroßen Facettenaugen und 2 Paare lange, durchsichtige Flügel. Oft tragen sie leuchtende Farben und ihre Flügel schillern in der Sonne.

Ihre Flügel sind außergewöhnlich. Sie können unabhängig von einander bewegt werden und ermöglichen daher grandiose Flugmanöver. Wie Hubschrauber können sie in der Luft stehen, manche sind in der Lage rückwärts zu fliegen, abrupt die Richtung zu ändern oder extrem zu beschleunigen. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 50km/h erreichen.

Raubinsekten
Diese Flugkünste brauchen sie um andere Insekten zu fangen, von denen sie sich ernähren. Meist fangen sie ihre Beute im Flug, meist Fliegen, Bremsen, Mücken und andere fliegende Insekten. Manchmal fressen sie auch kleinere Libellen. Deswegen gehören sie zu den Raubinsekten. Ihre Mundwerkzeuge sind extra dafür bemacht, auch harte Insektenpanzer aufzubeißen. Wegen dieser beeindruckenden Mundwerkzeuge wird Libellen unterstellt, das sie beißen oder stechen und den Menschen verletzen können. Allerdings ist das nicht wahr, sie sind nicht gefährlich und nicht in der Lage, Menschen oder größeren Tieren Schaden zuzufügen.

Libellen leben immer in der Nähe von Wasser. Neben Flüssen, Bächen und Seen können das auch Moore oder Sümpfe sein. Am oder im Wasser legen sie ihre Eier ab, aus denen später die Larven schlüpfen. Die Larven leben räuberisch unter Wasser und ernähren sich von kleineren Wassertieren wie Wasserflöhen, Mückenlarven oder manchmal sogar von den schnelleren Kaulquappen. Bei einigen Libellenarten dauert das Larvenstadium bis zu 2 Jahren. Dabei häuten sie sich mehrfach. Wenn die Larve fertig entwickelt ist, klettert sie aus dem Wasser. Dort, meist im Schilf oder anderen Wasserpflanzen, schlüpft die fertige Libelle direkt aus der Larve. Das ist mühsam und dauert oft einige Zeit, manchmal mehrere Stunden. Diese Phase ist die gefährlichste Zeit, denn die Libelle kann nicht sofort fliegen. Die großen Flügel sind noch zerknittert und eng am Körper liegend und müssen erst entfaltet und ausgehärtet werden. Dann startet sie zu ihrem Jungfernflug.

Vom Aussterben bedroht
Die Libellen selbst verbringen ihr Leben meist fliegend in der Luft. Selbst die Paarung findet während des Fluges statt. Ihr Leben als Libelle dauert im Gegensatz zum Larvenstadium meist nur kurz. Sie haben je nach Art eine Lebensdauer von 2 Wochen bis 11 Monaten.

Je nach Art sind die Libellen unterschiedlich gefährdet. In Deutschland sind etwa zwei Drittel der heimischen Arten gefährdet, zwanzig Prozent sogar vom Aussterben bedroht und stehen unter Artenschutz. Ursache ist wie so oft die Veränderung und Zerstörung der libellentypischen Lebensräume. Moore und andere Feuchtbiotope werden trockengelegt, Flüsse begradigt, Uferbereiche zertrampelt oder mit Steinen gepflastert. Wichtige Schutzmaßnahmen für Libellen sind der Verzicht auf Pestizide und Dünger besonders in Gewässernähe und die Renaturierung von Flüssen, Bächen und Seen.