(Beitrag von der AWO Familienbildung Muldental)

„Dein Kind wickelt dich aber ganz schön um den Finger“

Wenn der ersehnte Nachwuchs endlich da ist und der Alltag einkehrt, wird den meisten Eltern bewusst, dass doch nicht alles so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Dann ist Hilfe und Rat von Familie und Freunden meist hilfreich und willkommen.
Dennoch passiert es oft, dass Eltern auch ungewollte Kommentare und Kritik versteckt in gut gemeinten Tipps hören müssen. Sie hören Sätze wie :

  • Du kannst das Kind auch mal schreien lassen!
  • Du schleppst dein Kind zu viel rum!
  • Und, schläft es schon allein?
  • Findest du nicht, dass du langsam abstillen solltest?
  • Damit verwöhnst du es noch!
  • Lass dir nicht auf der Nase herumtanzen!
  • Zu unserer Zeit haben wir das so gemacht…

Lasst euch nicht verunsichern. Die Natur hat es so angelegt, dass insbesondere Mütter meist richtig auf die Bedürfnisse ihrer Kinder reagieren. Wenn ihr also auf euren Instinkt und Bauchgefühl hört, liegt ihr oft richtig.
An dieser Stelle möchte ich noch kurz den wichtigen Hinweis einwerfen, dass man insbesondere kleine Kinder nicht verwöhnen kann, sie machen nichts mit Absicht und manipulieren nicht. Bei Kindern unter einem Jahr geht es immer ausschließlich um Bedürfnisbefriedigung. Und nein, ihr müsst euch nicht rechtfertigen, wenn ihr den Bedürfnissen eures Kindes nachkommt.

Wie regiert man am besten auf unerwünschte Äußerungen? Es hängt natürlich immer von der Situation ab und der Person ab, die euch ungefragt Ratschläge erteilt. Die Einwände der eigenen (Schwieger-)Eltern werten wir sicher anders, als die der Erzieherin in der Kita oder der wohlmeinenden Nachbarin. Folgende Reaktionen sind denkbar:

  • „Danke für den Rat, aber wir haben uns für eine andere Vorgehensweise entschieden“
    oder
  • „Danke für den Hinweis, ich werde darüber nachdenken“ (So gewinnst du Zeit und musst nicht sofort reagieren. Vielleicht ist ja was dran.)
  • „Was würdest du denn an meiner Stelle tun?“ (So lassen sich wertvolle Tipps von einfacher Besserwisserei unterscheiden.)
  • „Ich respektiere deine Meinung, aber ich möchte meinen eigenen Fehler machen“ (geeignete Reaktion auf Einmischung der Eltern)
  • „Das geht Sie wirklich nichts an und ich möchte auch keine Ratschläge von Ihnen hören.“ (So verbittet man sich die Einmischung von Fremden in der Öffentlichkeit)

Das Team der AWO Familienbildung Muldental wünscht euch eine tolle Zeit mit euren Kindern, Hilfe und Rat wenn ihr sie braucht und die Kraft und das Selbstbewusstsein auf verletzende oder unnötige Äußerung angemessen zu reagieren.